Der erste Schnee
Für unseren kleinen Tyke war es gestern Abend der erste, für Dyson der zweite
Schnee seines noch kurzen Lebens. Unsere abendliche Hunde-Runde fiel daher
außergewöhnlich aus, da der Schnee für Hunde immer besonders ist. Klar, die
meisten unter uns wissen das. Gegen 22 Uhr war schon mindestens dreißig
Zentimeter hoher Pulverschnee auf der Wiese. Juchee, das wird ein Spaß. Wir
gingen mit den Hunden runter, dick vielen die Schneeflocken vom Himmel. Von Tyke
kam ein etwas seltsamer Blick über die Veränderung. Er drehte den Kopf auf die
Seite, guckte durch die Tür und danach etwas verzweifelt auf Dyson. Wir öffneten
die Tür zum Garten, gespannt darauf, was gleich passieren wird. Dyson stürmte
als erster hinaus und rannte, was das Zeug hielt. Tyke war der nächste, danach
Data. Tyke wusste nicht recht, was er jetzt da sollte. Er stapfte mit staksigen
Beinen durch den kalten Schnee, zog alle Viere extrem hoch und sah aus wie ein
Lipizzaner bei einer Dressurübung. Er hielt sich aber wie immer an seinen
Ziehpapa Dyson und machte ihm einfach nach, was dieser da tat. Und so liefen die
Beiden recht bald durch den Tiefschnee. Data entleerte zuerst in aller
Seelenruhe seine Blase – bei Dyson war nicht daran zu denken – um sich dann den
beiden Wahnsinnigen anzuschließen und hinterher zu laufen. Immer wieder wurden
die Kreise zu eng, sie rutschten aus und schlitterten seitlich weg. Auch die
Bremsmanöver waren eine ziemliche Rutschpartie. Dyson und Tyke hatten aber ihren
Spaß. Da wurde im Schnee herum gekugelt und gerauft, Data sprang dann noch über
die Beiden, dann wurde wieder in endlosen Kreisen gelaufen, gerutscht und
gespielt. Richtungswechsel. Mal war der eine der Jäger, dann wieder der andere
der Gejagte.
Nach einer Weile packte Herrli dann auch noch einen großen Hundefußball aus. Ach
herrje! (Der Ball hat an zwei Seiten Gummistangen, an denen die Hunde den Ball
nehmen können – sonst wäre er ja zu groß…) Schon waren die Drei da, Balli wurde
geworfen, nachgelaufen, der Ball vergrub sich im Schnee und die Hundeköpfe
gleich mit. Dann folgte ein Nieser von Tyke, der etwas verwundert auf seine
schneebedeckte Nase schielte.
Und weiter wurden die Runden gedreht. Einer hatte den Ball, lief davon, die
anderen hinten nach. Zwischendurch wurde getauscht. Thano und ich drehten uns
nur mehr im Kreis, um die Hunde bei ihrem Kreis-Lauf-Spiel zu beobachten.
Das war ein Spaß. Und dieser Spaß konnte endlos weiter gehen. Nach einer halben
Stunde Runden drehen, Hundekörper-Schlittenfahren, raufen und eingraben
wanderten wir eingeschneit aber zufrieden und glücklich wieder in die Wohnung
und die Hunde schliefen ziemlich schnell ein, während wir es uns bei einem Tee
mit Rum gemütlich machten. :-)