Partei-Programm
Es ist fast schon post-kommunistisch, wenn wir immer wieder überrascht werden
mit den größten Neuerungen, die es im Retrieverclub gibt, und die einerseits –
verzeiht mir – gut gemeint sind, und andererseits aber doch immer wieder
überraschende Wege aufzeigen.
Nachdem der Retriever im Postfach vorgefunden wurde, schürte sich meine Neugier,
zu wissen, was es Neues gibt. Es tut mir leid, das Deckblatt hat sich für mich
irgendwie verändert. Ich wusste nicht warum, doch dann schoss es mir wie ein
Blitz durch den Kopf. Aus ist es mit dem edlen Grün. Ist denen die Farbe
ausgegangen? Aber gut, man soll nicht so kritisch sein. An dieses Giftgrün
können wir uns vielleicht einmal gewöhnen. Kommen wir zum Inhalt. Nichts für
ungut, aber es gab leider keinen Bericht, der mich wirklich umhauen hätte
können. Und über das Alter, lauter Bilder anzusehen, bin ich schon hinaus. Der
Bericht über Curlies mag zwar nett sein, was aber diese runden „Bilderblasen“
bedeuten, ist mir ehrlich ein Rätsel. Es ist so, als ob ich jeden Tag nur
Spagetti essen würde. Und eigentlich finde ich, dass ein Parteiblatt oder
Gewerkschaftsblatt des ÖGB spannender ist. Es fehlt das Salz in der Suppe. Und
wenn mich einer fragt, ob ich es besser machen könnte, dann würde ich es mit
einem klaren „Ja!“ antworten. Zu viel heile Welt für meinen Geschmack. Und zu
viel Selbstbeweihräucherung. Selbstkritik verloren gegangen. Andererseits
vielleicht als Gute-Nacht-Lektüre zum
Einschlafen nicht schlecht. Der Beigeschmack der UH wird immer stärker.
Und HD-Ergebnisse bzw. zuchtrelevante Informationen wären eigentlich
interessanter.
Also gut, wagen wir einen Blick in die Website des ÖRC. Was gibt es denn Neues?
Oh, das Reglement fürs Finale hat sich geändert. Und das mitten in der Saison?
Haben wir Angst, dass wir nicht genug Leute im Finale haben? Dass es dadurch
eventuell ein Minus wird? Oder ist es für unsere Hunde und Hundeführer, damit
noch mehr Verwirrung gestiftet wird? So wie es beim IWT-Reglement war. Ich wage
die Kritik zu üben, dass unser Club-Image nicht für die Hunde ist, denn kein
Mensch interessiert sich anscheinend dafür, was wirklich Sache ist. Und eine
heile Welt über Medien wie Zeitung oder Internet zu projizieren wirkt wie ein
Parteiprogramm. Es ist gesunde Einstellung auf Selbstkritik gefragt und nicht
Selbstlob stinkend, was wir alles toll gemacht haben. Und wenn schon eine
Veranstaltung toll war, dann würde ich wohl meinen, dass die Mitglieder ihre
Meinung für den Retriever schreiben. Ups, da fällt mir ja noch ein Bericht von
Susanne und mir ein, der bis heute zwar veröffentlicht werden sollte, aber bis
dato noch nichts passiert ist. Gut. Wir wollen ja nicht so sein. Wir können ja
auch das Parteiprogramm weiter akzeptieren. Oder auch als zahlende Mitglieder
den Mut haben, manches in Frage zu stellen. Wie zum Beispiel ob es vernünftig
ist, Reglements mitten in der Saison zu ändern, wo es nicht um die Hunde geht
sondern um den wirtschaftlichen Aspekt. Denn im Grunde sind wir – wie schon oft
erwähnt – ein Hundsverein. Und nichts anderes.