Ein gewonnener Tag



Letztens war ich unterwegs. Mit den Buben, meiner Kamera und mir selbst ausgestattet, fuhr ich an einem warmen Frühlingstag in Richtung Wald und Teich. Die Sonne schien so stark, dass ich gute Laune Ende nie hatte. Am Parkplatz beim Wald angekommen, waren auch die Hunde so ausgelassen wie selten und wollten nur so schnell wie möglich raus aus dem Auto. Unruhig zappelten sie hin und her, bis ich meine Siebensachen beisammen hatte und endlich den Kofferraum öffnen würde. Dies tat ich dann auch, und der Reihe nach aufgerufen sprangen alle vier Buben raus und liefen schnurstracks in den Wald hinein. Die Sonnenstrahlen guckten zwischen den Bäumen hervor und die Wärme war angenehm. Ziemlich bald waren wir beim nahegelegenen See angelangt. Natürlich war Tyke der erste, der im Wasser war und seine Tempi schwamm. Data und Dyson warteten auf ein Balli, dem sie nachschwimmen konnten und Raven trabte ein bisschen planlos durch die Gegend. Also los! Buben hinein! Ohne Ball! „Na gut“, sieht man ihrem Blick an, als sie ins Wasser waten, „ohne Ball ist es aber halb so lustig!“ Und dann sind alle drei im Wasser. Raven überlegt noch, was er tun soll, „ich schwimme zwar jetzt schon gern mit, aber irgendwie ist mir das noch nicht so ganz geheuer.“ Aber er überwindet sich doch und springt auch ins kühle Nass. Nur an der Eleganz seiner Schwimmtechnik müssen wir noch arbeiten, streckt er doch die Vorderbeine immer senkrecht in die Luft, um sie anschließend auf die Wasseroberfläche platschen zu lassen, was ununterbrochen gewaltige Wasserspritzer erzeugt, die er dann – zu allem Überfluss dazu – auch noch mit offenem Maul auffangen muss. Ein Bild, welches jedermann zum Lachen bringt und nicht mehr aufhören lässt.

Nun sind die zwei Großen aber doch schon unrund, wollen einen Ball. „Wirf schon!“, sagen ihre Blicke, und ich erbarme mich und werfe einen Ball. Typisch, unser verrückter Dyson, der sich damit auch immer einen Lacher einfängt, springt vom Ufer ab und landet mit einem kräftigen Bauchfleck im Wasser – der mir übrigens jedes Mal Bauchweh verursacht, weil dies böse enden kann - , Data ist die Ruhe selbst und gleitet vom Ufer hinein, den Kopf nur ja immer sehr hoch gestreckt, damit seine hübschen Ohren nicht nass werden – was auch recht verkrampft aussehen kann, und Tyke merkt man an der Hektik seines Atems seinen Stress an, als erster beim Ball anzukommen.
Wer gewinnt, ist egal. Ist sowieso jedes Mal anders. Und ich stehe am Ufer, mittlerweile die Hosenbeine schon völlig vom Wasser getränkt, und schieße ein Foto nach dem anderen. Wir haben Spaß, die Buben und ich. Und fast scheint es so, als würden sie für die Kamera extra posen.
So schwimmen alle ihre Runden im Nass, kommen zwischendurch raus um sich zu schütteln oder den einen oder anderen Haufen hinter dem nächsten Busch zu machen und dann geht’s wieder weiter mit dem lustigen Spiel. Der eine hat den Ball und wird von allen anderen gejagt. Dann ist Tausch. Ein anderer hat den Ball. Und dann kommt das Lieblingsspiel. Alle werden abgesetzt. Der Ball fliegt ins Wasser und nur einer darf ihn holen. Hui! Das ist das Größte! Das macht Spaß! Das ist Leben! Da schmeckt das Futter am Abend gleich doppelt so gut!

Als das Spiel beendet ist, gehen wir noch eine Runde durch den sonnigen Wald. Raven scheint sich maßlos zu ärgern, dass er den anderen (noch) nicht nachkommt. Den anderen ist das egal. Da und dort ein bisschen schnuppern, dann wieder fangen spielen und davonlaufen. Tyke dreht um mich herum seine Laufrunden, Data und Dyson gucken mich immer wieder fragend an, was denn jetzt noch kommen mag. Und die Buben und ich, wir sind immer mehr entspannt. Dann ruft Thano an. Aus dem Büro. Und irgendwie beneide ich ihn gar nicht und bin froh, nur halbtags zu arbeiten. Denn ich bin im Wald. Mit den Buben. Wir haben Spaß, das ist das wichtigste.
Irgendwann kommen wir dann ganz entspannt zum Auto zurück und fahren heim. Die Buben fallen schon im Auto um und schlafen. Träumen von den vergangenen Erlebnissen.

Das war ein gewonnener Tag!

Dyson im Wasser, Tyke sieht in die Kamera, Raven noch etwas vorsichtig


Dyson und Tyke



Data mit Sohnemann Raven





Fangenspiel



Susanne