„Nimm ein Sackerl für mein Gackerl“

So nennt sich die neueste Initiative in Wien, um eine saubere Stadt zu haben/bekommen.
Eigentlich eine tolle Kampagne der Stadt, um einigen Hundebesitzern, die mit ihren Hunden durch die Stadt wandern, bewusster zu machen, dass sie mehr Eigenverantwortung zeigen sollten. Selbstverständlich werden diese kleinen Schildchen auf jeder kleinster Grünfläche in Wien aufgestellt, und dies auch noch alle ein bis zwei Meter, um sie ja nicht zu übersehen. Mahnende Worte der Eigenverantwortung an die Wiener Hundebesitzer, wenn man das vergackte Wien betrachtet. Mit den dazugehörigen Rauchverboten in den Wiener U-Bahn Stationen, Gefahrenhinweisen und Geboten, dies alles macht das Leben in Wien so richtig lebenswert. Verzeiht. Durchaus eine vernünftige Aktion, allerdings mit kleinen Schönheitsfehlern.
Wir haben ja schon Leinen- oder Beißkorbpflicht, die Polizei fährt regelmäßig durch unsere Wälder und kontrolliert, ob auch ja kein Hund frei herumläuft, und die bösen Hundebesitzer, die vielleicht – oje, oje – noch Raucher sind, werden immer mehr kontrolliert und in die Hundezonen, in denen die Hunde frei laufen dürfen, verdrängt. Diese Zonen werden leider nur mehr zum großen Hundehauferl, bei denen absolut kein Hundebesitzer Lust hat, sich zu bewegen, weil er dabei Gefahr läuft, seinen Hund und seine Schuhe jedes Mal durchzuwaschen. Vom mangelnden Auslauf brauchen wir gar nicht reden! Das erinnert an einen Hunde-Getto. Fehlt nur noch der Drogenverkauf unter Hundebesitzern. Wie bei den vergitterten Spielplätzen, wo Jugendliche skaten oder Basketball spielen können. Eigentlich eine sehr positive Entwicklung in Wien. Wir haben vergitterte Hundeplätze, die zu klein sind, vergitterte Spielplätze für Jugendliche, vergitterte Sandkisten, eine tolle Sache für Mütter, die sich mit ihren Kleinkindern am Nachmittag mit anderen Müttern zu einem Tratsch treffen. Wenn ich mir manchmal erlaube, doch durch die Parkanlage zu gehen, wo natürlich nur Hunde an der Leine erlaubt sind, bin ich sehr wohl darauf bedacht, das Gackerl meiner Hunde zu beseitigen. Für mich ist es aber die größere Schweinerei, wenn ich beim Aufheben des Gackerls so manch Naderl oder Winderl neben dem Gackerl entdecke. Teilweise entdecke ich dann auch menschliche Gackerl. Sofern mein Hund nicht vorher in Versuchung kommt, das menschliche Gackerl zu fressen. Aber gut. Als braver Bürger räume ich halt mein Gackerl weg. Sorry, natürlich das meiner Hunde. Um dann festzustellen, dass am nächsten Tag genau am selben Platz ein Speiberl liegt, von einer durchzechten Nacht.
Oh danke, liebe Stadtverwaltung, dass Du mich mit meinem Gackerl kriminalisierst, Du aber wirklich nichts gegen das Naderl oder Winderl oder Speiberl tust. Oh du herrliche Welt der Bevormundung. Bleibt nur zu hoffen, dass wir mit unseren Hunderln nicht ins Getto müssen. Mit dem Sackerl für das Gackerl in das Handerl.