Bericht des Trainingswochenendes "Burg und Hund":

Oh Uhudler, du mein Begehr…

… ich lieb´ dich sehr!“ Immer und immer wieder wurde vom ehrwürdigen Richter geprüft, ob Athanasios Keller seine Strafe des hohen Gerichts und der Urteilsfinder respektierte und Folge leistete. Sonst drohte ihm erneut der Pranger. Oder vielleicht sogar der Henker?

Wir befanden uns im Witwensaal der Burg Güssing und bekamen eine Szene aus dem Mittelalter vorgeführt. Mit Gericht, Richter, Urteilsfinder, Henker und dem Volk. Die Schauspieler waren verkleidet, düstere Stimmung mit Kerzenschein. Thano Keller wurde angeklagt und an den Pranger gefesselt, weil ihm vorgeworfen wurde, den Uhudler, altes Traditionsgetränk des Volkes, zu verachten. Als seine Strafe gesprochen wurde, war es sehr still im Raum. „Untertänigster Athanasios Keller, du wirst verurteilt zu folgender Strafe, welcher du fortan bis an das Ende deines Lebens Folge zu leisten hast. Tagein, tagaus, wenn der Glockenschlag erklingt, hast du einen Becher Uhudler zu schwenken und den Menschen zuzuprosten. Du hast den Uhudler zu trinken und laut und verständlich zu rufen: „Oh Uhudler, du mein Begehr, ich lieb´ dich sehr!“
Sogleich wurde der Gehorsam getestet und der Glockenschlag erklang. Thano Keller sprang auf, prostete uns zu und sprach: „Oh Uhudler, du mein Begehr, ich lieb´ dich sehr!“
Natürlich war das der Gag des Abends und der Glockenschlag ertönte immer und immer wieder. Thano sprang immer brav auf, mit einem Becher Uhudler in der Hand, und sagte ehrfürchtig seinen Satz auf. Jedes Mal großes Gelächter. Also das hat wirklich eingeschlagen.

Das Trainingswochenende der Landesgruppe Burgenland unter dem Motto „Burg und Hund“ war wieder ein voller Erfolg. Vor zwei Jahren schon rief die Landesgruppe eine Veranstaltung dieser Art ins Leben, damals das Motto „Therme und Hund“, im vergangenen Jahr „Wein und Hund“.
Wie immer war es mit viel Spaß verbunden, der Wettergott war uns zwar nur am Sonntag mit strahlendem Sonnenschein gnädig, aber niemand störte sich sonderlich daran.
Samstagfrüh trafen wir uns, um ins Revier aufzubrechen, und unter den Trainern Wolfgang Petters, Thano Keller und Alexander Paal ein tolles Training zu bekommen. Zu Mittag gab es eine Kleinigkeit zu essen, um gleich darauf wieder ins Gelände zu fahren und das Training fortzusetzen.

Nach einem anspruchsvollen Trainingstag fuhren wir am Abend nach Güssing zur Burg, um dort von Herren und Damen in traditioneller mittelalterlicher Kleidung mit Schnaps begrüßt und mit Fackeln zur Burg hinauf begleitet wurden. Oben angekommen gab es gleich geschmackvolle Brote mit Uhudler, ein bisschen Geschichte über die Burg und eine kleine Besichtigung des großen Weinkellers.
Danach zog die Gruppe in den Witwensaal, wo wir ein sechsgängiges Rittermahl einnehmen durften. Getrunken wurde traditionell aus Tongefäßen, gegessen nur mit Messer und Schneidbrett. Mit den Klängen von mittelalterlicher Musik im Hintergrund schmeckte es auch gleich noch besser, und zwischendurch wurden uns alte Tänze vorgeführt, bei denen wir dann auch mitmachen durften.
Spiele gab es auch einige, so unter anderem die Gerichtsbarkeit, in der Thano Keller eine unfreiwillige Rolle spielte, und später wurde aus Sesseln eine Kutsche nachgestellt – zwei Hinterräder, zwei Vorderräder, zwei Pferde, ein Kutscher, eine Königin und ein König. Jede Figur wurde von einer Person aus unserer Gruppe dargestellt. König war unser Landesgruppenleiter Alexander Paal, Königin war Ingrid Grill, die Pferde wurden von Nicole Wilflinger und Christian Gollobich dargestellt, Kutscher war Wolfgang Petters. Und dann wurde eine Geschichte über die Kutsche erzählt. Jedes Mal, wenn nun eine Figur, ein Rad oder die gesamte Kutsche in der Geschichte gesprochen wurde, musste diejenige Figur um ihren Sessel herumlaufen. Da entstand so manches Chaos. Besonders lustig hatten wir es mit Wolfgang Petters alias dem Kutscher, der sehr, sehr oft aufspringen und laufen musste. In etwa muss man sich das so vorstellen: Die Königin (springt auf) sagt zum Kutscher (springt auf): „Ach lieber Kutscher (springt auf), du mein Kutscher (springt auf), lieber, lieber Kutscher (springt auf), bitte bändige die Pferde, du lieber Kutscher (springt auf)…“
Natürlich mussten wir alle viel, viel lachen und hatten großen Spaß.
Nachdem das Mahl und die Unterhaltung gegen Mitternacht zu Ende gingen, fuhren wir wieder zurück ins Hotel.

Am Sonntag fanden zuerst noch ein kleines Training statt, danach das traditionelle Juxturnier, bei dem nicht nur Hund, sondern auch Hundeführer gefordert wurden.
Bei der ersten Station mit Thano Keller gab es ein Zielwasser – Uhudler – zu trinken, danach musste man seinen Hund absetzen und aus gewisser Entfernung das Dummy in ein markiertes Quadrat im Boden treffen. In diesem Quadrat befand sich noch ein kleineres – traf man dort hinein, gab es zwanzig Punkte, im äußeren zehn, traf man gar nicht, gab es null Punkte. Niemand traf übrigens in den kleinen Kreis… naja! Nach dieser Dummy-Wurfübung gab es für den Hund ein Marking aus dem Wasser.
Bei der zweiten Station mit Jutta Paal und Wolfgang Petters hatte man tierische Fragen zu beantworten und ein Würfel-Bildrätsel zu lösen, um danach mit seinem Hund ein Marking zu bekommen.
Bei der dritten und letzten Station bekam der Hund wieder eine Wassermarkierung, danach hatte man drei Minuten Zeit, um aus einem Buchstabenkasten zwanzig Hunderassen herauszusuchen.

Ich glaube, wir alle hatten viel Spaß! Danke an Jutta und Alexander Paal für die Mühen, diese Veranstaltung zu organisieren. Nächstes Jahr – so habe ich die Vöglein leise zwitschern hören – soll es ein Wochenende unter dem Motto „Moor und Hund“ geben. Ich bin gespannt und freue mich schon jetzt sehr darauf!

Susanne Gullner
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